Der Ortsteil Neuhausen

Neuhausen dürfte die älteste Ansiedlung im Bereich der Gesamtgemeinde Königsfeld sein. Darauf weist das Martinspatronat der katholischen Kirche hin, das vor dem Jahr 1.000 datiert werden muss, ebenso die Namensendung „-hausen“. Vermutlich lag die ursprüngliche Ansiedlung im Gebiet von Ebenhausen südlich von Königsfeld. Ebenhausen gehört noch heute zur Gemarkung Neuhausen. Unweit davon wurden auch alemannische Gräber freigelegt. Das in der Mundart „Äbehuse“ genannte Gelände deutet auf einen Ortsgründer „Äbo“. Zum ersten Mal erwähnt ist Neuhausen 1094 in der Gründungsschrift des Klosters Sankt Georgen; damals schenkten zwei Ritter von Aixheim bei Spaichingen dem Kloster einen Hof zu „Nuenhusen“. Im Herbst 1994 feierte deshalb die Dorfgemeinschaft Neuhausen eine glanzvolle Neunhundertjahr-Feier.

In späterer Zeit bestand eine enge Verbindung zu den Herren von Burgberg; diese besaßen im 13./14. Jahrhundert den Neuhauser Gründerhof, den Kirchensatz und die Niedere Gerichtsbarkeit. Die Burgberger waren wohl auch die Stifter eines kleinen Frauenklosters, dessen Nonnen schon 1305 nach Villingen übersiedelten. Interessant ist, dass bis zur Reformation ein großer Teil der heutigen Gemeinde Königsfeld, nämlich das Hörnle selber (jetzt Königsfeld), Erdmannsweiler, Hutzelberg und Martinsweiler „tot und lebendig“ zur Mutterpfarrei Neuhausen gehörten und die Verstorbenen der genannten Orte auf dem Neuhauser Kirchhof begraben wurden. Als die Herren von Burgberg verarmten, verkauften sie ihren Neuhauser Besitz achtelweise - von 1427 bis 1552 - an die Villinger Johanniter-Kommende. Bis zu Napoleons Zeiten gehörte das Dorf, wie auch Obereschach, Dürrheim und Weigheim, zum Johanniter-Großpriorat Heitersheim und somit zu Vorderösterreich. 1806 kam Neuhausen dann zum neugegründeten Großherzogtum Baden. Jahrhunderte lang war der Ort ein reines Bauerndorf. 1814 zählte man 411 Einwohner, 1939 waren es 473; seitdem hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt. Am 01.01.2009 lebten 1049 Einwohner im Ortsteil Neuhausen. „Feldbau und Viehzucht“ sind heute größtenteils aufgegeben. Derzeit existieren noch zehn landwirtschaftliche Betriebe. Dazuhin bieten auch einige Gewerbebetriebe in Neuhausen selbst Arbeitsplätze. Ein Großteil der Erwerbstätigen arbeitet jedoch vorwiegend in den nahen Industrie- und Verwaltungszentren. So hat sich das frühere Bauerndorf, abseits der großen Verkehrswege gelegen, inzwischen zu einer attraktiven Wohngemeinde umgestaltet. Alte Bauernhöfe mit Hocheinfahrt und Walmdach belegen noch die ländliche Lebensweise, und neu erbaute oder modernisierte Wohnhäuser mit liebevoll gepflegten Gärten sind Zeugen für den Fleiß und die Heimatverbundenheit der Neuhauser Bevölkerung. Den Mittelpunkt des Dorfes bilden die mehrfach umgebaute katholische Martinskirche sowie der Rathausplatz; das gut renovierte Rathaus trägt als ehemalige Zehntscheuer noch ein Johanniterwappen.

Was nun bietet Neuhausen außer seiner ruhigen Lage und der freundlichen Landschaft seinen Bewohnern? In verschiedenen Vereinen können kulturell oder sportlich engagierte Bürger die Dorfgemeinschaft mitgestalten: Die beiden ältesten Vereinigungen sind der katholische Kirchenchor, schon 1368 erwähnt, und die Freiwillige Feuerwehr Neuhausen, 1885 gegründet. Beide treten vorwiegend bei ihnen gemäßen Anlässen in Aktion. Die Feuerwehr unter ihrem Kommandanten Paul Heine konnte bei verschiedenen Brandfällen, aber auch bei Leistungswettkämpfen, ihre Kompetenz beweisen.
Seit 1907 gibt es den Radfahrverein „Frisch auf“, der inzwischen mehrere Untergruppen gebildet hat: Tischtennis, Kegeln, Frauengymnastik sowie eine Jugendgruppe. Leiter des Radfahrvereins ist Wolfgang Singer. Nach dem Ersten Weltkrieg, 1920, wurde der Musikverein geschaffen, der mit weit über einhundert Mitgliedern der bekannteste Neuhauser Verein ist. Die schmucke Trachtenkapelle spielt regelmäßig bei Kurkonzerten in Königsfeld, und seit Gründungszeiten ist kein Neuhauser Fest ohne ihr Mitwirken denkbar; angeschlossen ist auch eine Trachtentanzgruppe. Vorsitzender „der Musik“ ist Hansjörg Kammerer. Seit 1972 besteht der Fußballclub Neuhausen (FCN), der schon verschiedene Pokale erwerben konnte und besonders die Fußballjugend fördert. Der FCN verfügt über ein eigenes Vereinsheim und zwei Sportplätze. Vorsitzender ist Bernd Kaluza.
1981 entstand die Narrenzunft „Wolfsnarren und Geisterrecken“ mit traditionsgebundenen Weißnarrenfiguren. Ihr Vorstand ist Heiner Link. Äußerst beliebt sind die Narren am „Schmotzige Dunschtig“ bei den Kindern, denn diese werden nach altem Brauch aus ihren Schulen „befreit“. Bestens angenommen werden auch die Veranstaltungen der Seniorengemeinschaft unter Leitung von Egon Baumann. Mit all dem bietet der Ortsteil Neuhausen seinen Bewohnern anheimelnde Atmosphäre und Lebensqualität.

Irene Link
 



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