Gemeindenachricht

Pressemitteilung: Solidarität prägt Zusammenleben in der Krise



Das öffentliche Leben ist weitgehend zum Stillstand gekommen, das bundesweit geltende Kontaktverbot und die Aufenthaltsbeschränkungen im öffentlichen Raum greifen in erheblicher Weise in unsere persönliche Freiheit ein, die Schließung von Kindergärten und Schulen führen in den Familien zu Bewährungsproben in nie gekanntem Ausmaß und die Auswirkungen der weitgehenden Schließung von Einzelhandelsbetrieben, Gaststätten, Freizeit- und Tourismuseinrichtungen sowie Kurzarbeit in den Betrieben bedrohen unsere wirtschaftliche Stabilität.
 
Jeder einzelne von uns ist in seiner individuellen Situation zu einem hohen Maß an Solidarität aufgerufen, um im Interesse des Gesundheitsschutzes vulnerabler Zielgruppen sowie zur Verlangsamung der epidemiologischen Ausbreitung des Corona-Virus die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass unser Krankenhauswesen sich auf die Behandlung schwer erkrankter Infizierter angemessen vorbereiten kann. Zugleich bedürfen viele Mitmenschen im nachbarschaftlichen oder familiären Umfeld unserer besonderen Unterstützung und Zuwendung, die sich angesichts der zwingenden Reduzierung sozialen Kontaktes ganz neue Wege in digitalen Netzwerken oder durch klassische Telefonanrufe oder brieflichen Verkehr suchen muss.
 
Seit Inkrafttreten der dritten Fassung der Corona-Verordnung der Landesregierung am vergangenen Sonntag ist erfreulicherweise festzustellen, dass die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sich mit großer Solidarität, Selbstdisziplin und Vernunft an die vorgegebenen hygienischen Vorgaben des Robert-Koch-Institutes, die Abstandsgebote sowie die angeordneten Beschränkungen im öffentlichen Raum hält. 
 
Ich darf hierfür ausdrücklich meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen, auch dafür, dass sich viele Freiwillige im Rahmen unseres Aufrufes zur Nachbarschaftshilfe dem Netzwerk „BürgerAktiv“angeschlossen haben! Sofern Sie Unterstützung beim Einkaufen, beim Arztbesuch oder in sonstiger Weise benötigen, wenden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 07725 8009-96 an diese Bürgerplattform, die sich ehrenamtlich und uneigennützig Ihrer Anliegen annimmt. Auch weitere Freiwillige können sich gerne unter dieser Nummer melden.
 
Zugleich dürfen wir Sie hiermit darüber informieren, dass die verschärften Regelungen der Corona-Verordnung auch auf der kommunalen Ebene zu weiteren Einschränkungen führen mussten:
 
1.    Nach Maßgabe der neuen Vorschriften mussten mit sofortiger Wirkung der Wohnmobil-Stellplatz sowie die Lese-Galerie im Haus des Gastes geschlossen werden. Dies findet seinen Grund darin, dass touristische Übernachtungen nicht mehr zulässig sind und ein Aufenthalt von mehr als 5 Personen auch in geschlossenen öffentlichen Räumen nicht mehr zulässig ist. 
 
2.    Um entsprechend dem Sinn und Zweck der Corona-Verordnung und im Interesse des Gesundheitsschutzes von Mitbürger/innen und Mitarbeitern den sozialen Kontakt weitgehend zu reduzieren, wurden die Ortsverwaltungen Buchenberg, Burgberg, Erdmannsweiler, Neuhausen und Weiler ab sofort geschlossen. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Anliegen per Telefon oder e-mail an die Kernverwaltung im Rathaus Königsfeld (07725 8009-0; e-mail: info@koenigsfeld.de). Um Ihre Anliegen zeitnah erledigen zu können, wurde die Telefonzentrale im Rathaus Königsfeld durch Mitarbeiterinnen aus der Personalreserve der Erzieherinnen unserer Kindergärten verstärkt.
 
3.    Da nach § 3 Abs. 2 der Corona-Verordnung außerhalb des öffentlichen Raumes Ansammlungen von jeweils mehr als 5 Personen verboten sind, wird ungeachtet des Selbstorganisationsrechtes der Gemeinde ab sofort auch der BürgerService nebst Tourist-Info in der Rathausstraße 9 für den Publikumsverkehr geschlossen. Bei den Räumlichkeiten dieser Einrichtungen handelt es sich um ein Großraumbüro, in dem bereits 5 Mitarbeiterinnen ständig präsent sind. Bei Hinzutreten externer Besucher wird die zulässige Personenanzahl überschritten, sodass wir gezwungen sind, die Bürger/innen auch insoweit auf die Kontaktaufnahme per Telefon (07725 8009-0) oder e-mail (info@koenigsfeld.de) zu verweisen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, über die auf der Homepage der Gemeinde sowie in der Broschüre „Königsfeld auf einen Blick“ veröffentlichten Rufnummern der einzelnen Sachbearbeiter/innen unmittelbar eine Terminvereinbarung zu treffen.
 
4.    Im Interesse des Gesundheitsschutzes, insbesondere von älteren Mitbürger/innen, werden wir bis auf Weiteres von persönlichen Besuchen anlässlich runder Geburtstage und Ehejubiläen absehen. Insoweit bitten wir um Verständnis, dass wir derzeit unsere Glückwünsche nur auf schriftlichem Wege übermitteln können.
 
5.    Da das Land Baden-Württemberg als Eigentümerin angekündigt hat, dass die Burgruine Waldau frühestens Ende Juni für Veranstaltungen und Probenbetrieb freigegeben werden kann, mussten sich die Gemeinde und der Burgspektakel e. V. schweren Herzens dazu entschließen, das Burgspektakel 2020 in Folge dieses Umstandes sowie wegen der, nach den Versammlungsverboten derzeit nicht möglichen Probenarbeit abzusagen.
   
Im Hinblick auf die wegen Kurzarbeitsverhältnissen etc. auch ökonomisch schwierigen Situation in den Familien, wird die Gemeinde Königsfeld für ihre kommunalen Kindergärten in Buchenberg, Erdmannsweiler und Neuhausen die Einziehung der Kindergartengebühren für den Monat April 2020 vorläufig und unter dem Vorbehalt der späteren Zustimmung des Gemeinderates aussetzen. Über die Einzelheiten werden die Eltern in einem individuellen Anschreiben näher informiert werden. Wir gehen infolge einer diesbezüglich erfolgten internen Abstimmung davon aus, dass die kirchlichen Träger in Königsfeld und Weiler entsprechend verfahren.
 
Abschließend dürfen wir darüber informieren, dass der kommunale Krisenstab für die Bewältigung der Corona-Pandemie, welcher bereits in der vergangenen Woche seine Arbeit aufgenommen hat, in die Sachgebiete Allgemeine Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Katastrophenschutz/Ernährung, Öffentliche Sicherheit und Verkehr/Gesundheits- und Sozialwesen strukturiert und um die Bereiche Feuerwehr- und Rettungsdienstwesen sowie Nachbarschaftshilfe ergänzt wurde. Der Krisenstab tagt regelmäßig im Rahmen einer Telefonkonferenz und führt alle anfallenden Probleme einer zeitnahen Lösung zu.
 
Die kommunale Gremienarbeit in Gemeinderat, Ausschüssen, Ortschaftsräten und Beiräten wird, soweit rechtlich möglich, im schriftlichen Umlaufverfahren stattfinden, wobei die gefassten Beschlüsse zu gegebener Zeit öffentlich bekanntgegeben werden. Soweit unaufschiebbare Angelegenheiten eine Sitzung erforderlich machen, wird diese auf das unabdingbar Notwendige beschränkt werden. 
 
Wir bitten um Verständnis für diese, im Interesse der Erhaltung der Arbeits- und Funktionsfähigkeit der Verwaltung notwendigen Einschränkungen!
 
Bleiben Sie gesund!
 
Ihr
Fritz Link
Bürgermeister

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