Sonnenstrom aus Königsfeld

Königsfeld im Schwarzwald - Beispiel für eine nachhaltige kommunale Umwelt- und Energiepolitik

Seit der Umweltkonferenz von Rio 1992 besteht weltweit Konsens, dass zum Schutz der Erdatmosphäre insbesondere die Emission von Treibhausgasen reduziert werden muss. In dieser Dekade wurden zweifelsohne viele Fortschritte in der Nutzung regenerativer Energien und beim sparsamen Ressourcenverbrauch erreicht.

Gleichwohl hat der UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im Herbst 2002 erneut gezeigt, dass vor allem durch lokale Aufklärungs- und Bewusstseinsförderungsmaßnahmen, z.B. im Rahmen eines „Agenda 21“-Prozesses, die Akzeptanz und die Beteiligung der Bevölkerung in der kommunalen Umweltarbeit gesteigert werden können.

Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ bedarf deshalb der konkreten, für den Bürger greifbaren Umsetzung vor Ort. In Form eines ganzheitlichen Ansatzes, der die lokalen Standortfaktoren und Traditionen mit einer Zukunftsvision verbindet und sich wie ein „roter Faden“ in glaubwürdiger Form durch das kommunale Handeln zieht, kommt einer Kommune dabei eine besondere Vorbildfunktion zu.

Dies vor Augen hat sich der Gemeinderat von Königsfeld im Schwarzwald bereits 1999 im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes einstimmig zum Ziel gesetzt, die damals erreichten Einsparpotentiale im konventionellen Strombezug konsequent für eine emissionsfreie Energieproduktion und deren aktive Förderung und Kommunizierung einzusetzen. Hierbei konnten die vorhandenen örtlichen Gegebenheiten in fast idealer Weise im Sinne einer ganzheitlichen ökologischen Orientierung einbezogen werden:
  • Als ursprüngliche Kolonie der Herrnhuter Brüdergemeine, einer evangelischen Freikirche, ist die erst knapp 200 Jahre alte Gemeinde mit heute 6200 Einwohnern dem urchristlichen Anliegen der „Bewahrung der Schöpfung“ in besonderer Weise verbunden.
  • Mit jährlich rd. 20.000 Gästen und ca. 200.000 Übernachtungen lebt der im Naturpark Südschwarzwald gelegene, hoch prädikatisierte Heilklimatische Kurort und Kneippkurort unter dem Motto „BEWUSSTerLEBEN“ von sauberer Luft, intakterNatur und dem Tourismus.
  • Im größten südbadischen Privatschulstandort besuchen täglich über 1.200 junge Schüler/innen die Bildungsstätten des Zinzendorfschulwerkes der Herrnhuter Brüdergemeine.
  • Als Familienwohnort des Friedensnobelpreisträgers Prof. Dr. Albert Schweitzer widmet sich der Kurort in einer eigenen Begegnungsstätte der aktuellen Bedeutung seiner „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“ für die heutigen gesellschaftlichen und ökologischen Fragen.

Vor diesem Hintergrund wiesen ein bereits seit 1987 ausschließlich solarthermisch beheiztes Freibad sowie Brauchwasser-Anlagen in kommunalen Gebäuden den Weg: In der 1997 als erste in Baden-Württemberg ausgezeichneten Naturwaldgemeinde (NABU) wurden nunmehr die Themen Umwelt- und Klimaschutz im Interesse von Bürgern, gesundheitsorientierten Touristen und junger Generation durch weitere konkrete Schritte erfahrbar gemacht:

Bild einer Photovoltaikanlage

Auf dem Dach der kommunalen Grund- und Hauptschule, wo die Kinder auf ihre Zukunft vorbereitet werden, entstand im Mai 2000 in Zusammenarbeit mit der S.A.G., Freiburg, auf rd. 250 Quadratmetern Fläche mit 261 Modulen aus CO2-neutraler Produktion ein Solarkraftwerk mit 30 kWp Leistung und einem jährlichen Stromertrag von ca. 25.000 kWh. Die Photovoltaikanlage erspart der Atmosphäre jährlich mehr als 18 Tonnen CO2.

  • Gemeinde Königsfeld
  • im Schwarzwald
  • Rathausstraße 2
  • 78126 Königsfeld
  • Heilklimatischer Kurort
  • Kneippkurort
  • Naturwald-Gemeinde
  • Solar-Kommune