In einem Konferenzraum sitzen zahlreiche Menschen auf Stühlen und hören einem Vortrag zu.
© Ulrike Schütze/ALR

Kur- und Heilwälder bei Regionalem Waldgespräch im Kurort Königsfeld im Fokus

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Nicht erst seit Waldbaden in aller Munde ist, weiß man, dass Aufenthalte im Wald erholsam sind.

Vier Männer in Anzügen und Freizeitkleidung stehen lächelnd auf einer Bühne neben einem Stehtisch mit Mikrofon.
© Ulrike Schütze/ALR

Regelmäßige aufgesucht, kann der Wald nachweislich eine Vielzahl von Gesundheitsrisiken mindern, Genesungsprozesse unterstützen und Beschwerden lindern. 

Kur- und Heilwälder stellen dabei besondere Orte dar. Sie bieten einen konzeptionellen und organisatorischen Rahmen, um den Wald für die Gesundheitsförderung und Therapie besonders zugänglich zu machen. Aber wer kann sie wie anlegen oder fördern?

Königsfeld; Beim Regionalen Waldgespräch am 23. Oktober in Königsfeld im Schwarzwald gab es vor einem zahlreichen, fachkundigen Publikum viel Raum für Vernetzung, Austausch und konkrete Praxishilfen: Forstpraxis, Kommunen und Akteure aus den Bereichen Tourismus und Gesundheit konnten erfahren, wie sie zur Förderung von Gesundheitsangeboten im Wald beitragen können. Das Engagement und die Zusammenarbeit verschiedenster Praxisfelder ist dabei nämlich gefragt.

„Vor dem Hintergrund des Klimawandels kommt dem Thema Wald und Gesundheit aktuell eine besondere Bedeutung zu, denn ganz gleich ob Wirtschaft, Ökologie oder Soziales – alle Waldfunktionen hängen direkt oder indirekt auch mit menschlicher Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden zusammen“, so Landesforstpräsident Martin Strittmatter. 

„Die Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 ist für die Landesforstverwaltung der Rahmen, unsere Wälder für die Zukunft fit zu machen. Dabei werden auch soziale und kulturelle Leistungen des Waldes weiterentwickelt“, so Strittmatter weiter.

Eine tolle Hilfestellung für alle Interessierten bietet das neu erschienene Handbuch Kur- und Heilwälder in Baden-Württemberg, in dem fundierte Informationen zum Thema Gesundheitsangebote im Wald, zum Waldbaden und insbesondere zur Schaffung von Kur- und Heilwäldern präsentiert werden.

Forschung stützt die Wirkung der Wälder 

„Dank der sozialwissenschaftlichen Waldforschung wird zunehmend anerkannt, dass die Bedeutung des Waldes für die Bevölkerung weit über ‚Erholung‘ hinaus geht“, erklärt Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). „Klimawandel, Digitalisierung, neue Lebensstile sowie Arten der Naturerfahrung verändern die gesellschaftliche Wahrnehmung von Wäldern und damit auch die Erwartungen an die Forstbetriebe. Sie verändern letztlich aber auch die Bedingungen für Gesundheit und Wohlbefinden selbst“, so Schraml weiter.

Thema bringt viele verschiedene Akteure zusammen

Reinhold Mayer, erster Vorsitzender des Landeswaldverbands und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald betont, wie wichtig das Thema für die Menschen ist. „Wir als Landeswaldverband haben die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Landesforstverwaltung und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald organisiert, weil wir beim Thema Wald und Gesundheit große gesellschaftliche Relevanz und eine bedeutende Waldfunktion sehen“.

Besonders für Kommunen ist das Thema spannend. „Aus regionalpolitischer Perspektive können Gesundheitsangebote im Wald zur Stärkung der Wirtschaft des ländlichen Raumes, zur Steigerung der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung und zur Vernetzung innerhalb der Regionen beitragen“, so Sven Hinterseh, Landrat des Schwarzwald-Baar Kreises.

Ökonomische Überlegeungen treffen also mit denen zur Gesundheitsförderung zusammen. Auch für Fritz Link, der als Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld und als Präsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg gleich zwei Funktionen inne hat, für die das Thema relevant ist. „Als Heilbäderverband haben wir ein großes Interesse daran, die Eigenschaften des Waldes systematisch mit Methoden der Prävention und Therapie zu verbinden“, so Link. „Der Bevölkerung und auch unseren Kurorten im Land eröffnen sich dadurch neue gesundheitliche, touristische und therapeutische Perspektiven“.

Zusammenarbeit zentral für jede Weiterentwicklung

„Wald und Gesundheit sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden und gleichzeitig immer größeren Belastungen ausgesetzt.“, stellt Ulrich Schraml das Thema noch einmal in einen weiteren Kontext. „Vernetztes Denken und Handeln sind daher wichtige Grundlagen, um sowohl unsere Wälder, deren Eigentümer als auch unsere Gesundheit zu stärken. Dabei ist es eine zentrale Aufgabe der Forstwissenschaft, aktuelle soziale, ökologische, aber auch ökonomische Entwicklungen über das Monitoring im Blick zu halten, darüber mit den verschiedenen Akteuren im Austausch zu sein und gemeinsam an Lösungen und Weiterentwicklungen zu arbeiten. Mit dem neuen Handbuch ‚Kur- und Heilwälder in Baden-Württemberg‘ ist das beispielhaft gelungen“, so Schraml.

Hintergrund: Regionale Waldgespräche

Die Regionalen Waldgespräche sind innerhalb der Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 ein zentrales Dialogformat. Sie schaffen Raum für Beteiligung, Information und Austausch über Ziele, Maßnahmen und den Prozess der Waldstrategie. Sie greifen waldpolitische Debatten auf, stärken die Vernetzung rund um den Wald und entwickeln die Handlungsfelder der Waldstrategie weiter.

Dazu kommen die Perspektiven und die Expertise vieler Akteurinnen und Akteure zusammen: aus Kommunen und Landkreisen, Fachverwaltungen, Verbänden und Vereinen aus den Bereichen Wald und Holz, Gesundheit, Tourismus, Jagd, Privatwald und Naturschutz – ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit.

Bilder: Das Auditorium mit Experten aus ganz Baden-Württemberg, darunter Martina Braun, MdL, als Sprecherin für das Thema „Wald“ in der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen (1. Reihe, 4. v.re.) verfolgte aufmerksam die Ausführungen der Referenten.

Landrat Sven Hinterseh, Bürgermeister Fritz Link als Präsident des Heilbäderverbandes, Landesforstpräsident Martin Strittmatter und Lothar Gaus als Waldbaden-Therapeut (von li. nach re.) beleuchteten als Podiumsgäste die unterschiedlichen Perspektiven des Naturraumes Wald. 

(Fotos: Ulrike Schütze/ALR)





















Das Auditorium mit Experten aus ganz Baden-Württemberg, darunter Martina Braun, MdL, als Sprecherin für das Thema „Wald“ in der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen (1. Reihe, 4. v.re.) verfolgte aufmerksam die Ausführungen der Referenten.






















Landrat Sven Hinterseh, Bürgermeister Fritz Link als Präsident des Heilbäderverbandes, Landesforstpräsident Martin Strittmatter und Lothar Gaus als Waldbaden-Therapeut (von li. nach re.) beleuchteten als Podiumsgäste die unterschiedlichen Perspektiven des Naturraumes Wald. 


(Fotos: Ulrike Schütze/ALR)